Veranstaltungen 2025

Die Friedrich Christian Laukhard Gesellschaft und ihre Kooperationspartner

Hier finden Sie sowohl die Veranstaltungen und Termine der Friedrich Christian Laukhard Gesellschaft e.V. als auch Veranstaltungen unserer Kooperationspartner.

Rückblick auf die Veranstaltung vom 22. November 2025

Die Mainzer Republik von 1792/93 und Laukhards Reportage aus dem Schützengraben

Ein Bericht von Klaus Rink

Eine spannende, wechselhafte Geschichte der ersten Demokratie auf deutschen Boden: Die Mainzer Republik von 1792/93. Mit einem Vortrag des Kulturhistorikers Volker Gallé über den Schriftsteller Friedrich Christian Laukhard gefolgt von einem Solo-Theaterstück mit Theaterautor, Schauspieler und Histotainer Tino Leo fand am 22. November 2025 im Institut français Mainz in Kooperation mit der Friedrich Christian Laukhard Gesellschaft e.V. sowie der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz statt. Das zahlreiche Publikum erlebte einen spannenden, informativen und humorvollen Abend, der zum Nachdenken, zum Lernen und Begreifen aufforderte.

Zunächst begrüßten Sylvain Thollon, Direktor des Institut français Mainz, und Dieter Laukhardt, Vorsitzender der Friedrich Christian Laukhard Gesellschaft, das Publikum und führten in den Abend ein.

Sylvain Thollon (links), Direktor des Institut français Mainz, und Dieter Laukhardt, Vorsitzender der Friedrich Christian Laukhard Gesellschaft, begrüßen das Publikum

Sylvain Thollon (oben), Direktor des Institut français Mainz, und Dieter Laukhardt, Vorsitzender der Friedrich Christian Laukhard Gesellschaft, begrüßen das Publikum

Laukhards Reportagen aus dem Schützengraben

Der Kulturhistoriker Volker Gallé gab im Eröffnungsvortrag an diesem Abend einen Einblick in die Geschichte der Mainzer Republik von 1792/93 und den Verwicklungen des Schriftstellers Friedrich Christian Laukhard im Kampf um Mainz. Dabei beleuchtete Volker Gallé den wechselhaften Verlauf des ersten demokratischen Gehversuchs auf deutschen Boden, stellte die Protagonisten der Revolution in Mainz vor und blickte auf die Gemeinden im Umfeld. Dabei fiel auf, dass die Bevölkerung von Ober-Olm bei einer Befragung zur französischen Verfassung mit 165 Ja-Stimmen von 170 möglichen Stimmen sich als revolutionäres Musterdorf hervortat. Ober-Olm war damit revolutionärer und radikaler als das aufmüpfige Mainz.

Nachdem Mainz 1792 von der französischen Revolutionsarmee erobert wurde und die Werte der Französischen Revolution sowie die Menschen- und Bürgerrechte sich durchsetzten, begeisterten sich Anhänger der Aufklärung für die Ideen der französischen Revolution. Am 18. März 1793 wurde schließlich die „Mainzer Republik“ ausgerufen.

Nach Belagerung und Beschuss von Mainz durch preußisch-österreichische Truppen am 14. April 1793, kapitulierte die „Mainzer Republik“ am 22. Juli 1793. Laut Kapitulation sollten auch deutsche Jakobiner mit den Franzosen abziehen können.  Es kam dennoch zu Übergriffen ihrer deutschen Gegner, ohne dass das preußische Militär eingriff.

Volker Gallé hob hervor, wie Laukhard – neben Goethe in seiner Erinnerung von der „Belagerung von Mainz“, nur eben aus einem ganz anderen Blickwinkel – das Geschehen schilderte. Laukhard betrachtete in seinen Lebenserinnerungen die Geschichte von unten, während gleichzeitig Goethe den Blick auf das Geschehen aus sicherem Abstand, von oben, bevorzugte. Friedrich Christian Laukhard, der durch besondere Lebensumstände in der preußischen Armee gelandet war, beschrieb die Situation im Schützengraben wie folgt:

„Preuße: Hör du, sakkermentscher Patriot, wirst du bald die Schwerenot kriegen?

Franzose: Elender Tyrannenknecht, sag, wird dich dein Korporal bald lahm oder todprügeln müssen?

Preuße: Du verfluchter Königsmörder!

Franzose: Du niederträchtiger Sklav!“

Es kam im Schützengraben, wie Laukhard in seinem Bericht hervorhob, zu polemischen Debatten, aber am Ende zur Verbrüderung zwischen Preußen und Franzosen, ein in der Militärgeschichte nicht ungewöhnlicher Vorgang, wie Volker Gallé mit Blick auf den Ersten Weltkrieg betonte.

 

Volker Gallé berichtet über das revolutionäre Mainz und  Laukhards Reportage aus dem Schützengraben

Die Mainzer Republik von 1792/93 – Hoffnungsbilder und deutscher Demokratieversuch

Tino Leo präsentierte mit seinem Theaterstück ein lehrreiches Erlebnis über den ersten Demokratieversuch auf deutschem Boden: Die Mainzer Republik mit ihrer Losung – „frei leben oder sterben“. Dieses Lehrstück, das Erziehung zur Mündigkeit, konsequente Aufklärung und Demokratiegeschichte miteinander verbindet, ist in finsteren Zeiten ein Lichtblick. Tino Leo hat mit seinem Ein-Personen-Stück, in dem er in zehn Rollen auftritt, gezeigt, dass demokratisches Verständnis, Freiheit und Gleichheit ein immerwährender Prozess ist und dass diese Werte nicht selbstverständlich sind, dass es für sie zu kämpfen gilt. 

Das Institut français Mainz hat in Zusammenarbeit mit der Friedrich Christian Laukhard Gesellschaft und der Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz am 22. November zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer in ihren Festsaal gelockt. Der Schauspieler, Autor und Histotainer Tino Leo begeisterte das Publikum in seinem Ein-Personen-Stück „Die Mainzer Republik von 1792/93“. In 45 Minuten machte Tino Leo den ersten Demokratieversuch auf deutschem Boden zu einer mit Spannung, Leidenschaft und Humor geladenen Reise durch die Geschichte und zu einem unvergesslichen Theatererlebnis. Es traten auf: Georg Forster, Johann Friedrich Lehne, Adam Philippe de Custine und andere. Das Publikum stand direkt im Bann dieser revolutionären Zeit und hatte Gelegenheit, die Revolutionäre durch diese 9-monatige Phase zu begleiten.

Letztendlich scheiterte der erste demokratische Gehversuch auf deutschem Boden, das Experiment „Mainzer Republik“, und Rahel Varnhagen bemerkte mit einem skeptischen Blick auf revolutionäre Zeiten: 

„Wissen Sie, was ich bemerke, woraus großenteils das Unglück der Zeiten besteht? Daß eine immer in die andere greift, und nicht die neue in die alte, sondern die alte noch in die neue.“

Der Vortrag von Volker Gallé und das Theater von Tino Leo boten dem Publikum einen kurzweiligen Abend mit geschärftem Blick auf Grundregeln für eine wehrhafte Demokratie. So macht Aufklärung Spaß!

Tino Leo in verschiedenen Rollen in seinem Ein-Personen-Stück „Die Mainzer Republik von 1792/93“.

Das  Repertoire von Tino Leo umfasst unter anderem folgende Theaterstücke, die einzeln buchbar sind:

Die Mainzer Republik – Frei leben oder sterben

Einigkeit und Recht und Freiheit – Die Revolution von 1848/49

Happy Birthday Grundgesetz

Weitere Informationen: www.tinoleo.de

Friedrich Christian Laukhard
Gesellschaft e. V.
Sitz in Wendelsheim/Rheinhessen

Geschäftsstelle
Sandstraße 9 | 55271 Stadecken-Elsheim

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