MAGISTER LAUKHARDS TRAUM

Glaubt dem Fürsten! Weil: Er ist der beste.

Gott selbst hat ihn schließlich euch zum Wohle auserwählt!

Was nützen euch jetzt Zweifel und Proteste?

So nehmt gefälligst hin, dass er euch quält!

Er ist brutal? Wisst ihr das erst seit heute?

Er ist versessen nach Macht und Gold.

Und er belügt und betrügt euch? Seid ihr wirklich sicher, Leute,

Dass ihr die alte Ordnung stürzen wollt?

Glaubt dem Fürsten! Nichts sonst kann euch frommen.

Nach ihm – die Sintflut. Aber sie wird vorher kommen!

Klaus Rink

Buchempfehlungen

Dirk Sangmeister:

Vertrieben vom Feld der Literatur. Verbreitung und Unterdrückung der Werke von Friedrich Christian Laukhard.

Der libertine Schriftsteller Friedrich Christian Laukhard (1757–1822) war ein Außenseiter der Aufklärung, der durch seine abenteuerlichen Leben und Schicksale in die deutsche Literaturgeschichte eingegangen ist. Seine überaus anschauliche Autobiographie dokumentiert einen Werdegang, der als Aufstieg angelegt war, aber zu einem Abstieg in das Souterrain der Literatur missriet und mit seinem spurlosen Verschwinden aus dem Blickfeld der Gelehrtenrepublik endete: Der habilitierte Magister musste sich notgedrungen für fünf Groschen in der Woche als gemeiner Soldat verdingen und gegen das revolutionäre Frankreich zu Felde ziehen; später wurde er von den Franzosen jahrelang inhaftiert und von den Deutschen öffentlich totgesagt. 

Der freigeistige Querkopf und bekennende Deist wurde zeitlebens sowohl als Schriftsteller wie auch als Akademiker, Musketier und Pfarrer verleumdet und denunziert, die meisten seiner Bücher von der Zensur kombabusiert und indiziert. Viele seiner meist satirischen und heterodoxen Werke konnten nicht veröffentlicht werden, aber seine Libelle und Pasquille kursierten als clandestine Manuskripte im Untergrund der Literatur. 

Die vorliegende, aus unveröffentlichten Quellen geschöpfte Fallstudie benennt einige seiner Gegenspieler und rekonstruiert die Eingriffe der Zensur nebst den Mechanismen der Ausgrenzung, die dazu führten, dass für seine devianten Werke kein Platz war im literarischen Feld der angeblichen »Goethezeit«. 

Elisabeth Décultot / Martin Mulsow / Dirk Sangmeister (Hg.):

Wege der Aufklärung 5

Halle als Ort der Unruhe

Universität, Spätaufklärung und politische Konflikte

Wie tarierte sich das Verhältnis von Universität, Politik und Staat im Zeichen der Französischen Revolution neu aus? Dieser Frage geht der Band am Beispiel Halles nach. Zwischen Spätaufklärung, Geheimbund, Zensur und Repression treten bisher

übersehene Akteure in den Blick: Freigeister, randständige Gelehrte und aufmüpfige Studenten, deren Biographien und Schriften die Universität als Laboratorium gesellschaftlicher und intellektueller Umbrüche sichtbar machen. Die Beiträge fragen nach

Handlungsspielräumen und Grenzen akademischer Freiheit, nach den medialen Strategien religions- und herrschaftskritischen Denkens sowie nach den lokalen Konstellationen, in denen sich europäische Krisen- und Revolutionsdynamiken brechen. So entsteht ein Panorama der Hallenser Spätaufklärung, in dem sich Konflikte um Wissen, Autorität und öffentliche Meinung exemplarisch bündeln.

Elisabeth Décultot ist Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Halle-Wittenberg und leitet dort das Interdisziplinäre Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung.

Martin Mulsow ist emeritierter Professor für Wissenskulturen der Europäischen Neuzeit an der Universität Erfurt und war bis 2026 Direktor des Forschungszentrums Gotha.

Dirk Sangmeister arbeitet als Germanist an der Universität Jena. Er wurde promoviert mit der Monographie August Lafontaine oder Die Vergänglichkeit des Erfolges (1998).

Die Reihe wird herausgegeben von Elisabeth Décultot / Weidner Daniel

Friedrich Christian Laukhard
Gesellschaft e. V.
Sitz in Wendelsheim/Rheinhessen

Geschäftsstelle
Sandstraße 9 | 55271 Stadecken-Elsheim

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