
„…ich bin ein Mensch
so gut wie der Papst
und der Fürst!“
Friedrich Christian Laukhard

Lebensdaten
Geburt
1757
- Friedrich Christian Henrich Laukhard wird am 7. Juni 1757 als dritter Sohn des protestantischen Pfarrers Philipp Burkhard Laukhard und seiner Frau, Charlotte Dorothea geb. D’Autel, in Wendelsheim in der ehemaligen Grafschaft Grehweiler geboren.
Studium
1775 – 1778
Auf Drängen des Vaters studiert Laukhard Theologie an der Hessischen Ludwigs-Universität in Gießen.
Enttäuscht von den Gießener Professoren und des dortigen Lehrbetriebs, stürzt er sich hemmungslos ins fidele Studentenleben.
Nur der von Skandalen begleitete Professor Karl Friedrich Bahrdt hat zunächst auf die intellektuelle Entwicklung Laukhards Einfluss.
Fortsetzung des Studiums an der modernen Georg-August-Universität in Göttingen, der Laukhard ein intensives Studium verdankt und die der gegenüber dem akademischen Betrieb seiner Zeit überaus kritisch eingestellte Laukhard sehr positiv beurteilt.
1779
Vorerst Beendigung des Studiums in Göttingen.
Wegen seines Lebenswandels und seiner freigeistigen Reden erhält Laukhard keine Anstellung als Vikar.
Er verdingt sich als Hauslehrer und als Jäger in Guntersblum.
1781
- Laukhard wird durch Fürsprache seines Vaters von Johann Salomo Semler in die Universitätsstadt Halle geholt. Er erhält dort in den Franckeschen Stiftungen eine Anstellung, wo er griechische und hebräische Grammatik unterrichtet.
1783
Laukhard wird mit einer Dissertation über Giardano Bruno promoviert und hält an der philosophischen Fakultät der Academia Fridericiana (heute: Martin-Luther-Universität) Vorlesungen – „was er auch zur vollen Zufriedenheit seiner Hörer tat“. Die Lehrtätigkeit an den Franckeschen Stiftungen gibt er auf.
Bekanntschaft und Freundschaft mit dem Verlagsbuchhändler und Schriftsteller Franz Heinrich Bispink.
- Laukhard fasst aus finanzieller Not den Entschluss, auf eine akademische Karriere zu verzichten und tritt dem in Halle stationierten preußischen Regiment von Thadden bei: „Magister Laukhard ist Soldat geworden!“

Laukhard in der Universitätsstadt Halle
Ich biete mich nie theuerer aus als ich werth bin, und habe die Kunst nicht studiert, folglich auch nicht gelernt, Aufsehen zu meinem Vortheil zu machen, daher bin ich auch immer zurück geblieben, und komme wahrscheinlich erst dann in eine ruhig Lage, wenn man mich zu Grabe trägt.
Militär
1783
- Laukhard fasst aus finanzieller Not den Entschluss, auf eine akademische Karriere zu verzichten und tritt dem in Halle stationierten preußischen Regiment von Thadden bei: „Magister Laukhard ist Soldat geworden!“
1792
- Laukhards Regiment nimmt an der folgenreichen Kanonade von Valmy teil. Der Rückzug der Koalitionsarmee erfolgt unter entsetzlichen Verlusten. Laukhard wird Chronist dieser militärischen Katastrophe.
1793 – 1794
Laukhard nimmt an der Belagerung von Mainz und Landau teil und wird Zeuge der Verfolgung deutscher Jakobiner in den Rheinlanden.
- Laukhard wird als preußischer Spion in die Festung Landau geschickt, wird dort als Deserteur in die französische Revolutionsarmee aufgenommen. Er wird Mitglied der Sansculottes und zieht mit dem Heer durch das revolutionäre Frankreich.

Laukhard und die Belagerung von Mainz
Wir hatten unter anderen schlimmen Posten auch die sogenannte Leimgrube, dicht an einer Rheininsel, zu besetzen. Diese Grube wurde von unseren Leuten bald die Mordgrube genannt, weil alle Tage mehrere daselbst erschossen wurden; denn auf der Insel, welche nur durch einen schmalen Kanal davon getrennt war, standen die Franzosen, und sobald sich nur einer von uns über den aufgeworfenen Damm mit dem Kopf erhob, schossen sie so gewiß, daß sie ihm allemal das Hirn zerschmetterten. In diesem Mordloch liegen viele von den Unsrigen begraben; von unserem Bataillon allein büßten mehr als 30 Mann ihr Leben da ein.
Theologie
1804 – 1811
- Laukhard wirkt als Pfarrer in der Gemeinde Veitsroth bei Idar-Oberstein.
Gefängnis
1811 – 1814
Laukhard wird wegen seiner politischen Schrift Bonaparte und Cromwell im Correctionshaus zu Vilworden bei Brüssel inhaftiert. Er wird nach drei Jahren Haft von den Anti-Napoleon-Koalition befreit.
Vagantenleben
1814 – 1815
In Gießen veranstalten die Studenten für den verarmten und verelendeten Magister Laukhard eine Geldsammlung.
Laukhard kehrt noch einmal vollständig heruntergekommen nach Gießen zurück. Als Vagabund, vor polizeilichem Zugriff nicht sicher, verlässt er die Stadt wieder.
Hauslehrer
1819 – 1822
Laukhard lebt in Kreuznach und verdient sich seinen Unterhalt als Hauslehrer. Nebenher schreibt er drei Theaterstücke.
Tod
29. April 1822
Friedrich Christian Laukhard stirbt in Kreuznach. Er wird auf dem Kirchhof bei der Paulskirche begraben.
Friedrich Christian Laukhard
Gesellschaft e. V.
Sitz in Wendelsheim/Rheinhessen
Geschäftsstelle
Sandstraße 9 | 55271 Stadecken-Elsheim
Friedrich Christian Laukhard
Gesellschaft e. V.
Sitz in Wendelsheim/Rheinhessen
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